Eigentlich begann das Projekt "Renovierung der Kirche Sankt Pauli Bekehrung" schon im Jahr 2016, als man feststellen musste, dass es mit einem neuen Anstrich bei Weitem
nicht getan war und so wurde das Projekt größer und aufwändiger als wir uns alle hätten vorstellen.
Die Kirche wurde in den Jahren 1978 bis 1981 bereits nach damaligen Stand von Wissenschaft und Technik restauriert.
Die kleine Kirche St. Pauli Bekehrung ist in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit.
In der landschaftlich reizvollen Berglandschaft des Bayerischen Waldes liegt der barocke Bau selbstbewusst an einer Hangkante an der alten Handelsstraße zwischen Neukirchen und
Elisabethszell.
Die aufwändige Gestaltung der Fassaden mit Lisenen, kräftig profilierten Dachgesimsen und den kleeblattförmig schließenden Rundfenstern setzen sich im Innenraum fort. Die außergewöhnliche
Grundrissdisposition mit halbrunden Chorschluss und zwei weiteren Konchen, die die Seitenaltäre aufnehmen, lassen einen lichten barocken Innenraum entstehen, der durch Architekturgliederungen,
Fresken, Altäre, Kanzel und die weitere Ausstattung festlich ausgestattet ist.
Einzigartig auch die ungefassten Altäre und die Kanzel, die mit ihrem feinen, filigranen Schnitzwerk ein einheitliches Ensemble bilden und den Kirchenraum prägen. Die vollständige Erhaltung dieser
Ausstattung schafft gemeinsam mit dem besonderen Kirchenbau ein in sich geschlossenes Ensemble, das singulär in der Kirchenlandschaft der Region steht.
Damit hat sich in Pürgl ein barocker Bau über 300 Jahre erhalten, der alle Spuren der Zeit authentisch zeigt und das ursprüngliche Raumkonzept als Einheit von Raum, Architektur und Ausstattung
erlebbar werden lässt.
Text: Feil Architekten Partnerschaft mbB